Ein Berliner Italiener zaubert kulinarische Genüsse auf Usedom

31 / 10 / 2011
Claudio Mazzucato
Claudio Mazzucato

Seebad Heringsdorf (dp). Fußballprofi oder Gastronom? Vor dieser schweren Entscheidung stand Claudio Mazzucato, Sohn eines in Berlin lebenden Italieners und einer Deutschen, vor gut zwei Jahrzehnten. Heute ist die Karriere-Frage längst beantwortet: Mazzucato ist ein exquisiter Koch, hat ein eigenes Edel-Restaurant auf der Insel Usedom und fühlt sich dort pudelwohl.

Zunächst bastelte der jetzt 39-Jährige jedoch an seiner Fußballerlaufbahn. Mit dem runden Leder begann der gebürtige Berliner bei Hertha Zehlendorf. An der Seite der späteren Profis Robert Kovac und Karsten Bäron schaffte er es 1989 in das deutsche B-Jugend-Finale gegen Bayern München. Gegen die Bayern, in deren Reihen Christian Nerlinger und Markus Babbel standen, kassierten die Herthaner um Libero Mazzucato allerdings eine unglückliche Niederlage im Elfmeterschießen. Es folgte der Wechsel zu Hertha BSC Berlin und drei U 17-Länderspiele für Deutschland.

Doch Claudio Mazzucato wollte lieber in die Fußstapfen seines Vaters Remo treten, der seit Anfang der 80-er Jahre das renommierte „Ristorante Mario“ in Berlin-Charlottenburg betrieb. So zog es Sohn Claudio vor, eine Ausbildung zum Hotelfachmann im Maritim Hotel Köln zu beginnen und die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen. In Köln lernte er auch seine Frau Ina kennen, mit der er heute das „Da Claudio“ in der Heringsdorfer Friedenstraße betreibt. Über viele Stationen als Hotelfachmann, F&B-Manager und selbständiger Gastronom in Deutschland, Südtirol und Mallorca kam Mazzucato auf die Insel Usedom, wo im März 2009 das „Da Claudio“ eröffnet wurde. Seither hat sich das kleine Ristorante zu einer der besten Gastro-Adressen auf Usedom gemausert.

Das Geheimnis von Claudio Mazzucatos Erfolg liegt darin, dass er nicht nur konsequent auf Qualität setzt, sondern auch auf Exklusivität. „Den ersten deutschen Spargel kaufe ich sofort. Wenn alle Spargel haben, habe ich keinen mehr“, erklärt der Selfmade-Koch. In der Tat, Mazzucato hatte zwar einst eine Kochlehre begonnen, diese aber für den Fußball geopfert. Dennoch ist aus ihm ein Spitzen-Küchenchef geworden, denn er bringt neben Können auch das nötige Herzblut mit, wie er von sich sagt.

Viel hat der Deutsch-Italiener von seinem Vater gelernt, wie etwa die hohe Kunst der Risotto-Zubereitung. Auch der Rat „Du kannst alle Nudeln kaufen, aber Gnocchi und Ravioli musst Du selber machen“ kam vom Senior. So sind „Ravioli mit Kürbisfüllung in Orange-Basilikum-Butter“, „Gnocchi mit Steinpilz-Sahnesauce“ und „Steinbuttfilet auf Kürbisrisotto“ die aktuellen Renner im „Da Claudio“.

Dessen Markenzeichen sind die wechselnden Tagesgerichte, die in keiner Karte zu finden sind, sondern mündlich vorgetragen werden. „Wir nehmen uns Zeit für unsere Gäste“, sagt Ina Mazzucato zu dieser persönlichen Note. Im Ristorante mit seinen 14 Innen- und 13 Außenplätzen gibt es im Wechsel drei bis vier Vorspeisen sowie fünf Pasta-, Fisch- und Fleischgerichte. In seinem Küchenreich ist Claudio Mazzucato ein glücklicher Mensch. „Es ist amüsant, welches Talent in einem schlummert, das man gar nicht erahnte“, so der bekennende Hertha-Fan. Der verpassten Bundesliga-Karriere scheint er jedenfalls keine Träne nachzuweinen.

Besuchen Sie doch einmal das kleine Ristorante Da Claudio Vino, Pasta, e Caffèin Heringsdorf auf Usedom.


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Dietmar Pühler

Dietmar Pühler

Das Gespür für Themen, gründliche Recherchen und stilsichere Formulierungen gehören zu meinem Markenzeichen: d:p. Als freier Journalist arbeite ich unabhängig für Agenturen, Tages- und Wochenzeitungen sowie Online-Portale.Schreibblock, Kugelschreiber, Kamera und Laptop, mehr brauche ich nicht für meine Arbeit dort, wo andere Urlaub machen.