Kleinkunstfestival Insel Usedom

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Internationales Kleinkunstfestival

Planungen für 20. Kleinkunstfestival laufen auf Hochtouren

Insel Usedom (dp). Dieser Tage sehnen sich viele nach Sonne und länger werdenden Tagen. Wenn diese fast am längsten sind, lädt an Pfingsten 2019 das Internationale Kleinkunstfestival Insel Usedom zu seiner 20. Auflage ein. Vom 7. bis 10. Juni geben sich dann wieder mehr als zwei Dutzend Kleinkünstler und Gruppen ein Stelldichein auf der Sonneninsel Usedom.

„Wir haben schon eine ganze Menge Bewerbungen, so 160 bis 170. Die Künstler haben Zeit bis 10. Februar, sich zu bewerben“, erklärt Georg Kurze vom Förderverein Kleinkunst Insel Usedom e.V.. Das Festival habe sich mittlerweile gut rumgesprochen in der Szene. „Die Bewerbungen kommen aus aller Welt. Qualitätsmäßig wird es für uns schwierig, uns zu entscheiden“, fügt er an.

Der Bewerbungsschluss liegt nach der Kulturbörse in Freiburg, bei der Kurze mit dem Vorsitzenden des Kleinkunstvereins, Kersten Fubel, seit einigen Jahren die Werbetrommel rührt. Wobei er feststellt: „Wir müssen gar nicht so viel Werbung für uns machen. Die Künstler dort müssen über uns reden.“

Das Usedomer Festival könne zwar nicht mit hohen Gagen locken, doch zählte bei den bisher dagewesenen Künstlern, dass sie hier gut verpflegt wurden und im Cateringzelt von „Fischer“ stets eine gute Gemeinschaft entstand. Außerdem kann das Kleinkunstfestival an der Ostsee mit attraktiven Unterkünften punkten und einem motivierten Mitarbeiter- und Helferstab.

Viele der jungen Leute, die die Künstler betreuen oder die Technik absichern, waren in ganz jungen Jahren in der Schülerjury aktiv. Heute kommen sie aus allen Himmelsrichtungen zurück auf ihre Heimatinsel, um das internationale Flair des Festivals zu genießen und die Veranstalter zu unterstützen.

Ein Wiedersehen wird es beim 20. Kleinkunstfestival auch mit einigen Starthelfern der Anfangsjahre geben. „Wir wollen ein paar Ehrengäste einladen“, sagt Kurze. Dazu zählen unter anderem der Living-Doll-Künstler Bartel Meyer und der Zauberer Dr. Marax.

Während Fubel und Kurze keine Probleme haben werden, wieder eine bunte Vielfalt an hochkarätiger Kleinkunst präsentieren zu können, so sind es Jahr für Jahr dieselben Sorgen, die sie umtreiben. „Unsere Hauptaufgabe ist im Moment, Quartiere zu finden. Wir sind dankbar für jeden, der uns unterstützt“, betont Georg Kurze. Er ist auf der einen Seite froh, seit Jahren von einigen festen Hotel-Partnern unterstützt zu werden.

Auf der anderen Seite reichen die von diesen zur Verfügung gestellten Betten bei weitem nicht aus, den Bedarf zu decken. „Wir müssen jedes Jahr Zimmer gegen Geld anmieten“, bedauert Kersten Fubel. Das wiederum müsse erst einmal bei Sponsoren eingeworben werden.

„Mehr offene Mithilfe wäre nicht schlecht“, fügt Georg Kurze an, der aber auch dankbar dafür ist, dass der Eigenbetrieb Kaiserbäder als wichtigster Geldgeber zur Seite steht. „Wenn die großen Hotels zwei Zimmer und die kleinen ein Zimmer geben würden, könnten wir zwei Festivals betreiben. Wir machen das ja für den Ort, die Gäste und Urlauber und nicht für uns“, macht Fubel deutlich.

Freuen würden sich die beiden auch über eine noch größere Resonanz seitens der anderen Seebäder, denen vom Kleinkunstverein Gastspiele während der Pfingsttage angeboten werden. „Wir bringen die Künstler mit und die Techniker. Die Orte müssen nur die Gage zahlen“, erläutert Fubel. Die Gastspiele seien ganz wichtig für die Künstler, damit sie etwas mehr im Hut hätten. Leider hätte der Verein erst wenige Rückmeldungen seitens der Kurverwaltungen.

Erfolgreich war 2018 die Befragung der Besucher während des viertägigen Festivals. Mehr als 300 ausgefüllte Fragebögen kamen zurück. „Sehr, sehr viele sind wegen des Festivals hier. Es sind eine Menge Leute, die immer wiederkommen und viele, die über eine Woche bleiben“, fasst Kurze das Ergebnis zusammen.

Die Befragung hätte auch gezeigt, dass der Künstlermarkt, der 2018 fehlte, im kommenden Jahr wieder fester Bestandteil des Kleinkunstfestivals sein wird. Der für die Entscheidung verantwortliche Eigenbetrieb Kaiserbäder hätte viel Kritik in den Touristeninformationen einstecken müssen. „Der Markt hat etwas mit der Verweildauer der Gäste zu tun. Gefällt einem ein Programmpunkt nicht oder ist gerade eine Pause, besuchen viele den Künstlermarkt bis zum nächsten Auftritt“, hat Kersten Fubel beobachtet.

„Für die Händler ist der Markt auch attraktiv. Da hoffen wir, dass möglichst viele wiederkommen. Die Ausschreibung läuft noch bis Januar“, erläutert Kurze. Der würde zum Jubiläum gerne eine spektakuläre artistische Nummer präsentieren. „Dafür bräuchten wir einen großen ausfahrbaren Kran“, so Georg Kurze. Doch der kostet voraussichtlich einen hohen vierstelligen Betrag, der dann extra über Sponsoren finanziert werden müsste. „Das ist eine Herausforderung. Ich hoffe, dass wir das hinbekommen“, schaut der Kleinkunstfestival-Macher voraus.